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Die Seite wurde zuletzt am
08.03.2010 23:53 bearbeitet.


 

Urlaub während der Hepatitis C Therapie

Eine häufig gestellte Frage ist:

Kann ich während der Hepatitis C Therapie in Urlaub fahren/fliegen?

Antwort:

Generell ist ein Urlaub während der Therapie möglich, man sollte jedoch vor der Entscheidung einige Überlegungen anstellen:

Es lässt sich leider nicht voraussagen, wie sich die Nebenwirkungen der antiviralen Therapie (Interferon und Ribavirin, plus evtl. ein weiteres Medikament) im Laufe der Therapie entwickeln werden.

Bei manchen Therapierenden kann es sein, dass sie in den ersten Wochen der Therapie keine oder nur sehr milde Nebenwirkungen verspüren. (und glauben der Rest der Therapie wird genau so)
Dabei ist aber nicht abzusehen, wie der weitere Verlauf sein wird. Es ist möglich, dass sich nichts ändert, genauso gut ist es aber auch möglich, dass sich Nebenwirkungen verstärken oder neue auftreten.

Fakt ist:

Zu jedem Zeitpunkt der Therapie sind Änderungen der Nebenwirkungen möglich. Manche Nebenwirkungen verschwinden plötzlich oder neue kommen dazu.

Das macht eine Planung nahezu unmöglich, selbst tägliche Änderungen im Befinden sind möglich.

Es kann also gut passieren, dass ein Urlaub abgebrochen werden muss oder eventuell schon gar nicht erst angetreten werden kann.

In den meisten Fällen wird man ja einen Urlaub im Voraus buchen, möglicherweise schon Monate vorher.

Denken Sie deshalb daran, evtl. eine Reiserücktrittversicherung abzuschließen. Erkundigen Sie sich aber unbedingt nach den Bedingungen (am besten beim Versicherer selbst, denn die Reisebüros wissen da nicht immer Bescheid).
Es könnte Probleme geben, wenn die Krankheit schon vorher bekannt war oder abzusehen war, dass die Reise evtl. (z.B. therapiebedingt) nicht angetreten werden kann.

Was sagt der Reiseversicherer?

Auf unsere Nachfrage bei einem großen Reiseversicherer gab man uns folgende Informationen:

Bei chronischen Erkrankung oder während einer Therapie ist eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung bezüglich der Reisedauer, der Reiseart und des Reiseziels für den Versicherungsschutz notwendig. Klären Sie noch vor der Buchung alle Bedingungen der Versicherung ab, damit sie am Ende nicht zu ihren Nebenwirkungen auch noch finanzielle Nachteile erleiden.

Krankenversicherung:

Darauf sollte man auch sein besonderes Augenmerk richten.

Fragen sie deshalb bei ihrer Krankenversicherung nach in welchen Ländern Sie Versicherungsschutz im Krankheitsfall haben. Es könnte sonst passieren, dass sie irgendwo im Ausland beim Arzt oder auch in einem Krankenhaus nur gegen sofortige Kostenerstattung behandelt werden. Je nach Problem kann das sehr teuer werden. Erst recht dann, wenn ein Klinikaufentahlt unvermeidbar ist. Falls sie in ihren Urlaubsland keinen Versicherungsschutz haben, sollten sie unbedingt eine Reise-Krankenversicherung abschliessen. Aber auch da genau hinterfragen, wo die Versicherungsrisiken speziell bei Heptitis C liegen.

Nebenwirkungen können erträglich sein oder sich nur milde auswirken, so dass man selbst Abhilfe schaffen kann.

Es gibt aber auch Nebenwirkungen, die eine zusätzliche Behandlung erforderlich machen oder sogar ein sofortiges Handeln unumgänglich ist.

Allerdings muss man dazu zunächst wissen, ob es sich wirklich um eine Nebenwirkung handelt oder unter Umständen auch um eine neu aufgetretene Erkrankung. Ein Arzt am Urlaubsort muss sich also in diesem Fall sehr gut mit der Therapie und auch mit den Blutwerten, wie sie therapiebedingt auftreten, auskennen, um vernünftig helfen zu können.

Treten neue Symptome auf, spricht man in der Regel zu Hause ja mit seinem behandelnden Arzt darüber. Und hier sehe ich dann ernsthafte Probleme, die am Urlaubsort auftreten können.

Ein eilig aufgesuchter Arzt am Urlaubsort hat nicht selten wenig bis gar keine Erfahrung mit der der Therapie bei Hepatitis C.

Erfahrungsgemäß geraten Ärzte, die sich nicht mit unserer Therapie auskennen auch einmal in Panik, wenn sie die niedrigen Blutwerte des Blutbildes sehen (die unter der Therapie durchaus im Rahmen sein können) und neigen dann dazu, die Therapie vorzeitig abzubrechen.

Oder sie erkennen behandlungsbedürftige Nebenwirkungen nicht rechtzeitig bzw. deuten sie falsch und eine notwendige Zusatz-Therapie wird deshalb zu spät durchgeführt oder ganz versäumt.

Wenn Sie also in Urlaub fahren möchten, sollten Sie sich überlegen, ob nicht besser ein heimatnaher Urlaubsort in Frage kommt, von dem aus sie in kurzer Zeit ihren behandelnden Arzt erreichen können.

Bei der Wahl ihres Urlaubsortes ...

... ist es gut, wenn sie das Klima berücksichtigen. Extreme Temperaturen, die sie nicht gewohnt sind, sollten sie lieber meiden. Ihr Körper ist durch die Therapie sowieso meist schon so geschwächt, dass ein Klimawechsel unter Umständen durchaus Probleme bereiten kann.

Auch Sonnenbäder sollten Sie vermeiden.

Die Haut ist durch die Therapie oft schon sehr trocken, gereizt und empfindlich.

INFO:

Hautprobleme während der Therapie mit Interferon/Ribavirin
Vortrag Prof. Dr. Kurzen zum nachlesen.

Machen Sie am besten einen reinen Erholungsurlaub in einem milden Klima und ohne belastende Aktivitäten. Da der Körper durch die Therapie bereits sehr belastet ist, sollte der Urlaub keine zusätzlichen Belastungen bringen.

Planen Sie Ihren Urlaub gut und frühzeitig.

Ich habe einige Punkte zusammengestellt, die Ihnen die Vorbereitungen erleichtern sollen:

•  Fragen Sie Ihren behandelndem Arzt, ob ein Urlaub so wie geplant möglich ist

•  Erkundigen Sie sich schon bei der Urlaubsplanung, ob ein Arzt am Urlaubsort ist,    der sich mit der Hepatitis C -Therapie auskennt.
    Adresse / Telefonnummer schon vorab in Erfahrung bringen!

•  Denken Sie an mögliche Sprachprobleme für den Fall, dass Sie einen Arzt im    Urlaubsland brauchen oder eine Apotheke aufsuchen müssen. Ein Attest ihres    Arztes in Landessprache und/oder englisch mit Angabe der Erkrankung und    die Art der Therapie ist hilfreich.

•  Blutwerte und Untersuchungsergebnissen für die Reise kopieren lassen, um dem    Arzt am Urlaubsort eine Diagnose zu erleichtern.

•  Nehmen Sie ausreichend Medikamente mit, auch Ersatz, falls Ihre Medikamente    verloren gehen oder unbrauchbar werden.

•  Für den Urlaub im eigenen Land nehmen Sie ein Rezept mit,

•  für das Ausland eine ärztliche Bescheinigung über die benötigten
    Medikamente, damit bei Verlust neue Medikamente beschafft werden können
    (Denken sie daran, dass die Apotheke die Medikamente erst bestellen muss, es     also einige Tage dauern kann, bis sie verfügbar sind. Denken Sie auch daran,     dass sie unter Umständen die Medikamente zunächst selbst bezahlen  müssen     und sie entsprechenden Zahlungsmittel bereit haben) In Entwicklungsländern
    vorher erkundigen(Botschaft?), ob diese Medikamente beschafft werden
    können.

Transport der Medikamente:

Für das Interferon besteht keine Kühlkettenpflicht. Sie können das Interferon also ohne Besonderheiten aus der Apotheke holen, sofern nicht gerade sehr hohe Temperaturen herrschen.
Für längere Fahrten/Flüge aber brauchen Sie eine Kühltasche mit Kühlakkus.
Packen Sie die Spritzen aber nicht direkt an einen Kühlakku, sondern legen Sie die Spritze entweder mit der Umverpackung in die Kühltasche oder legen sie zwischen Akku und Spritze eine Lage Papier um ein einfrieren zu verhindern.

Normalerweise können Sie bei Flugreisen die Spritzen im Bordkühlschrank transportieren (vergessen Sie sie nicht beim Aussteigen)
Fragen Sie auch hier sicherheitshalber bei Ihrer Fluglinie vorab an.
Auch hier empfiehlt sich wieder das bereits erwähnte Attest (ohne Diagnose).
Es braucht nur darin zu stehen, dass sie diese Medikamente benötigen, warum geht niemanden etwas an.

Die Lagerungshinwise im Beipackzettel ihrer Medikamente unbedingt beachten!

Möglicherweise brauchen Sie auch ein Attest für den Zoll.

Führen Sie ihre Medikamente während der An- oder Abreise stets im Handgepäck mit sich, damit sie nicht das Risiko eingehen, ohne Medikamente zu sein. Es kommt immer wieder vor, dass Gepäck verloren gehhen oder .falsch verladen werden und an einem anderen Ort landen als Sie.

Aufbewahrung am Urlaubsort

Am Urlaubsort lagern sie die Spritzen am besten in einem Kühlschrank so wie zu Hause, mit der im Beipackzettel angegebenen Temperatur.

Fragen Sie, falls es nicht vor Reiseantritt klar ist vor dem Urlaub im Hotel an, ob ein Kühlschrank im Zimmer ist oder ob sie ggf. die Spritzen im Kühlschrank des Hotels/Pension lagern können.

Bei Zwischenübernachtungen bitten Sie ebenfalls darum, die Kühlakkus neu einzufrieren, damit sie am nächsten Tag für die Weiterreise gut gekühlte Akkus haben.

Medikamente für besondere Situationen

- Fieber- und Schmerzmittel (Arzt fragen, welche für Sie geeignet sind)

- Gel oder Creme gegen allergische Hautreaktionen und Juckreiz

- Hautcreme für wunde, entzündete Haut

- Antiallergikum (falls sich Juckreiz einstellt)

- ein Mittel gegen Durchfall und Übelkeit

- Augentropfen (trockene Augen)

Denken sie auch an:

Sonnenschutzmittel, Leichte Kleidung als Sonnenschutz.

Wir wüschen Ihnen einen erholsamen Urlaub.

Wir haben versucht, das Wichtigste für ihren Urlaub in bezug auf die Therapie bei Hepatitis C zu vermitteln. Falls wir etwas vergessen haben freuen wir uns über eine Mail. Die Mailadresse finden Sie im Impressum.

10.09.2010 - 20:43 Uhr


Wir stellen uns vor. Hier können sie ein kurzes Video ansehen (5:30) in dem die Selbsthilfegruppe einige ihrer Aktivitäten zeigt. Neben diesen öffenlichen Veranstaltungen und Infoständen finden natürlich regelmäßig die Selbsthilfetreffs statt.

Paramedizin, Naturheilmittel - Macht das Sinn?

Wie vermehrt sich das Hepatitis C Virus - Video ansehen.

Sozialverband VdK - eine starke Lobby - Der Sozialverband VdK ist mit 1,4 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband in Deutschland. Er vertritt die Interessen von Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranken, Seniorinnen und Senioren, Patientinnen und Patienten gegenüber der Politik und an den Sozialgerichten.

Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention und damit auch die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der anwendungs- und maßnahmenorientierten biomedizinischen Forschung.

Das Kompetenznetz Hepatitis ist eines der Kompetenznetze in der Medizin, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Das Paul-Ehrlich-Institut ist eine Einrichtung der Bundesrepublik Deutschland. Es gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.

Informationen für Eltern und Informationen für Ärzte.

Informationen für Eltern und Informationen für Ärzte.


Kontakt & Selbsthilfetelefon: Hepatitis-C-Selbsthilfe - Ludwigshafen / Mannheim Tel: 0621 67 09 631 © 2009 /08 /07 /06 /05/04 - M. & H.Gräser