Wissen über Hepatitis C |
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Die Information über Infektionsrisiko und Übertragungswege ist eine wichtige Aufklärungsarbeit, die allerdings nicht ganz leicht ist. Es ist eine Gratwanderung, einerseits die Erkrankung mit all ihren möglichen schwerwiegenden Folgen darzustellen und andererseits keine Panik aufkommen zu lassen. Es gibt zwar definierte Übertragungswege, auch über das Infektionsrisiko und den gefährdeten Personenkreis wissen wir einigermaßen bescheid. Diese Erkenntnisse beruhen zum einen auf durchgeführte Studien, zum anderen sind es Erfahrungswerte. Wird eine Hepatitis-C-Diagnose gestellt, sucht man nach der möglichen Ansteckungsquelle. Eine sichere Ansteckungsquelle kann man eigentlich nur erkennen, wenn der Patient nach einem Ereignis, das eine mögliche Ansteckung zur Folge haben könnte, eine erkennbare, erkannte akute Infektion durchmacht. Hier kann man den fraglichen Virusträger finden. Alle anderen Fälle, die im Akutstadium unerkannt verlaufen, werden nach möglichen Risiken in der Vergangenheit gefragt. Hat der Patient vor 1991 eine oder mehrere Bluttransfusionen erhalten, wird dies als Infektionsquelle angegeben und erscheint auch so in den Statistiken. Hat der Patient in früheren Zeiten mal i.v. Drogen konsumiert, dann wird auch nicht weiter nach anderen Infektionsquellen gesucht, sondern es wird angenommen, dass der Patient sich hierbei infiziert hat. Aufgrund von Erfahrungswerten ist das auch anzunehmen, denn immerhin ca. 80% aller Drogenuser sind infiziert. Aber es ist und bleibt eine Annahme. Kann man sich an kein Ereignis erinnern, wird angenommen, der Patient habe sich bei einem chir. Eingriff infiziert. Auch hier bleibt aber lediglich nur eine Annahme. Sie sehen, so einfach ist das gar nicht. Die Studien weichen auch voneinander ab. Ich möchte Ihnen hier die bekannten Infektionswege und auch die Risikogruppen nennen, die man aus Erfahrung und durch wissenschaftliche Forschung kennt. Gesichert ist die Übertragung durch infiziertes Blut, die Übertragung durch andere Körpersekrete ist nicht sehr wahrscheinlich, weil die Virenkonzentration zu gering ist, kann aber auch nicht völlig ausgeschlossen werden. Damit eine Infektion stattfinden kann, müssen die Viren entweder direkt in die Blutbahn oder über Wunden ins Blut gelangen. Bluttransfusionen und Blutprodukte: Lesen sie hierzu: Stellungnahmen des Arbeitskreises Blut des Bundesministeriums für Gesundheit Patienten nach Hämodialyse (Blutwäsche, künstliche Niere ) haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Immunglobulinpräparate (speziell in der Anti-D-Prophylaxe, bei Rhesus-Unverträglichkeit; DDR und Irland in den 70gern Jahren)
Auch bei Strafgefangenen , unter denen sich ein hoher Anteil von Drogenabhängigen befindet, wurden in 12,5% Hepatitis C-Infektionen nachgewiesen. Bei i.v. Drogenabhängigen und Hämophilie-Patienten werden besonders häufig Doppelinfektionen mit Hepatitis B und/oder HIV angetroffen. Eine gleichzeitige HIV- oder Hepatitis B-Infektion kann den Verlauf einer Hepatitis C-Infektion ungünstig beeinflussen. Gefährdete Personengruppen sind auch medizinisches Personal und Reinigungspersonal in Krankenhäusern und Arztpraxen , das mit infiziertem Blut in Kontakt kommt. Hier sind besonders Nadelstichverletzungen zu erwähnen, die oft unbemerkt oder aber auch als "nicht so schlimm" von den betroffenen Personen empfunden werden. Bei einem entsprechenden Unfallereignis muss dies sofort dem zuständigen Betriebsarzt bzw. dem Durchgangsarzt gemeldet werden und der zuständigen Berufsgenossenschaft. Die Möglichkeit einer Übertragung des Hepatitis C Virus besteht auch bei einem medizinischen Eingriff in der Arztpraxis oder im Krankenhaus, also bei allen Eingriffen, bei denen Blutkontakte möglich sind. Prinzipiell besteht eine Infektionsmöglichkeit bei jeder Verletzung mit unsterilen Gegenständen, die Blutkontakt hatten Ansteckungsgefahr Eine Übertragung des Hepatitis C-Virus von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft oder unter der Geburt ist geringer als bei einer Hepatitis B-Infektion der Mutter. Das Risiko wird mit 3 - 5 % angegeben und ist abhängig von der Viruskonzentration im mütterlichen Blut. Die Übertragung ist theoretisch sowohl während der Schwangerschaft als auch unter der Geburt möglich. Es gibt bisher keine Hinweise, dass durch einen Kaiserschnitt das Risiko gemindert ist. Deshalb wird nicht zu einem Kaiserschnitt geraten. Eine Übertagung durch Stillen ist nicht völlig auszuschließen. Auch hier kommt es auf die Viruskonzentration der mütterlichen Blutes an. Hier gibt es wieder unterschiedliche Empfehlungen. Das Kompetenznetz-Hepatitis äußert sich wie folgt: Bitte lesen sie auch Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)Hepatitis C und Stillen Tätowierungen, Piercing oder Ohrlochstechen : Hier ist zur Zeit noch unklar, in wie weit diese Eingriffe bei der Übertragung der Hepatitis C eine Rolle spielen. Da es sich um Tätigkeiten handelt, die übervorwiegend von nicht medizinisch geschulten Personal vorgenommen wird, sollten sie bei der Auswahl der Durchführenden darauf achten, dass die erforderlichen Hygieneregeln eingehalten werden. Achten sie auch darauf, dass nur Einwegartikel benutzt werden (Nadeln etc.) Nassrasierer, Nagelscheren oder Zahnbürsten : prinzipiell ist eine Übertragung überall da möglich, wo es zu Verletzungen gekommen sein könnte bzw. Blut an den Gegenständen haften könnte (z.B. Zahnbürste und Zahnfleischbluten) Achten sie deshalb darauf, dass diese Gegenstände nur personenbezogen benutzt werden. Um eine Verwechslung auszuschließen soll die infizierte Person diese Utensilien gesondert aufbewahren. Der sexuelle Übertragungsweg scheint für die Hepatitis C, anders als für Hepatitis B, keine wesentliche Rolle zu spielen, jedoch ist eine sexuelle Übertragung natürlich prinzipiell möglich. ***Zitat*** Bitte lesen sie hierzu auch unsere Seite Wichtig! Nach erfolgreicher Therapie oder nach Spontanheilung ist man für die Zukunft leider nicht gefeit gegen eine erneute Ansteckung. Die Hepatitis C hinterlässt keine Immunität, wie Sie das von anderen Infektionskrankheiten kennen. Eine neue Infektion ist also jederzeit möglich.
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Kontakt & Selbsthilfetelefon: Hepatitis-C-Selbsthilfe - Ludwigshafen / Mannheim Tel: 0621 67 09 631 © 2009 /08 /07 /06 /05/04 - M. & H.Gräser |
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