Wissen über Hepatitis C
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Die Seite wurde zuletzt am
05.05.2009 15:15 bearbeitet.


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Übertragung, Infektionswege und Risikofaktoren

Die Information über Infektionsrisiko und Übertragungswege ist eine wichtige Aufklärungsarbeit, die allerdings nicht ganz leicht ist. Es ist eine Gratwanderung, einerseits die Erkrankung mit all ihren möglichen schwerwiegenden Folgen darzustellen und andererseits keine Panik aufkommen zu lassen.

Es gibt zwar definierte Übertragungswege, auch über das Infektionsrisiko und den gefährdeten Personenkreis wissen wir einigermaßen bescheid. Diese Erkenntnisse beruhen zum einen auf durchgeführte Studien, zum anderen sind es Erfahrungswerte.

Wird eine Hepatitis-C-Diagnose gestellt, sucht man nach der möglichen Ansteckungsquelle. Eine sichere Ansteckungsquelle kann man eigentlich nur erkennen, wenn der Patient nach einem Ereignis, das eine mögliche Ansteckung zur Folge haben könnte, eine erkennbare, erkannte akute Infektion durchmacht. Hier kann man den fraglichen Virusträger finden. Alle anderen Fälle, die im Akutstadium unerkannt verlaufen, werden nach möglichen Risiken in der Vergangenheit gefragt. Hat der Patient vor 1991 eine oder mehrere Bluttransfusionen erhalten, wird dies als Infektionsquelle angegeben und erscheint auch so in den Statistiken. Hat der Patient in früheren Zeiten mal i.v. Drogen konsumiert, dann wird auch nicht weiter nach anderen Infektionsquellen gesucht, sondern es wird angenommen, dass der Patient sich hierbei infiziert hat. Aufgrund von Erfahrungswerten ist das auch anzunehmen, denn immerhin ca. 80% aller Drogenuser sind infiziert. Aber es ist und bleibt eine Annahme. Kann man sich an kein Ereignis erinnern, wird angenommen, der Patient habe sich bei einem chir. Eingriff infiziert. Auch hier bleibt aber lediglich nur eine Annahme.

Sie sehen, so einfach ist das gar nicht. Die Studien weichen auch voneinander ab.

Lesen sie hierzu:

Hepatitis-C-Virus (HCV)
Stellungnahmen des Arbeitskreises Blut
des Bundesministeriums für Gesundheit

Ich möchte Ihnen hier die bekannten Infektionswege und auch die Risikogruppen nennen, die man aus Erfahrung und durch wissenschaftliche Forschung kennt.

Gesichert ist die Übertragung durch infiziertes Blut, die Übertragung durch andere Körpersekrete ist nicht sehr wahrscheinlich, weil die Virenkonzentration zu gering ist, kann aber auch nicht völlig ausgeschlossen werden.

Damit eine Infektion stattfinden kann, müssen die Viren entweder direkt in die Blutbahn oder über Wunden ins Blut gelangen.

Bluttransfusionen und Blutprodukte:
Personen, die vor 1991 Bluttransfusionen erhalten haben, sollen sich auf Hepatitis C testen lassen. Auch alle, die Blutprodukte vor 1991 erhalten haben, z.B. Gerinnungsfaktoren (Bluter), div. Impfstoffe usw., gehören zu diesem gefährdeten Personenkreis. Erst seit 1991 gibt es einen entsprechenden Test, deshalb gab es zuvor oft eine sog. Posttransfusionshepatitis, die letztendlich in den meisten Fällen nichts anderes ist/war, als eine Hepatitis C. Seit 1991 werden Blutspender auf Hepatitis C untersucht und auch Blutprodukte werden getestet. Somit hat man heute eine relative Sicherheit. Das Risiko, durch eine Transfusion mit Hepatitis C infiziert zu werden beträgt heute 1 zu einer Million. Absolute Sicherheit gibt es deshalb nicht, weil es das sog. "diagnostisches Fenster" gibt. Als diagnostisches Fenster bezeichnet man den Zeitraum, zwischen der Ansteckung und dem frühmöglichsten Zeitpunkt des Nachweises im Blut.

Lesen sie hierzu:

Stellungnahmen des Arbeitskreises Blut des Bundesministeriums für Gesundheit

Patienten nach Hämodialyse (Blutwäsche, künstliche Niere ) haben ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Immunglobulinpräparate (speziell in der Anti-D-Prophylaxe, bei Rhesus-Unverträglichkeit; DDR und Irland in den 70gern Jahren)

Bild, DrogenuserNadel- bzw. Spritzentausch unter intravenös Drogenabhängigen. Bei dieser Risikogruppe wurden Infektionsraten bis zu 90% gefunden. Bei Neuinfektionen stellt dies heute der häufigste Über-tragungsweg dar.
(Bei vielen Erstdiagnosen, die heute gestellt werden, handelt es häufig um sogenannte "Altinfektionen", die auf Bluttransfusionen, Nadelstichverletzung bei med. Personal usw. zurück zuführen sind. Also nicht alle Infektionen, die erst heute entdeckt werden, sind auf Drogengebrauch zurück zu führen. Oftmals haben die Patienten die Infektion schon über Jahrzehnte, es wurde lediglich nicht diagnostiziert. Es ist immer zu unterscheiden zwischen einer Akutinfektion und einer Erstdiagnose. Bei Erstdiagnosen kann der Patient das Virus schon viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte unerkannt in sich tragen.)

Auch bei Strafgefangenen , unter denen sich ein hoher Anteil von Drogenabhängigen befindet, wurden in 12,5% Hepatitis C-Infektionen nachgewiesen.

Bei i.v. Drogenabhängigen und Hämophilie-Patienten werden besonders häufig Doppelinfektionen mit Hepatitis B und/oder HIV angetroffen. Eine gleichzeitige HIV- oder Hepatitis B-Infektion kann den Verlauf einer Hepatitis C-Infektion ungünstig beeinflussen.

Gefährdete Personengruppen sind auch medizinisches Personal und Reinigungspersonal in Krankenhäusern und Arztpraxen , das mit infiziertem Blut in Kontakt kommt. Hier sind besonders Nadelstichverletzungen zu erwähnen, die oft unbemerkt oder aber auch als "nicht so schlimm" von den betroffenen Personen empfunden werden. Bei einem entsprechenden Unfallereignis muss dies sofort dem zuständigen Betriebsarzt bzw. dem Durchgangsarzt gemeldet werden und der zuständigen Berufsgenossenschaft.

Die Möglichkeit einer Übertragung des Hepatitis C Virus besteht auch bei einem medizinischen Eingriff in der Arztpraxis oder im Krankenhaus, also bei allen Eingriffen, bei denen Blutkontakte möglich sind.

Prinzipiell besteht eine Infektionsmöglichkeit bei jeder Verletzung mit unsterilen Gegenständen, die Blutkontakt hatten Ansteckungsgefahr

Eine Übertragung des Hepatitis C-Virus von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft oder unter der Geburt ist geringer als bei einer Hepatitis B-Infektion der Mutter. Das Risiko wird mit 3 - 5 % angegeben und ist abhängig von der Viruskonzentration im mütterlichen Blut. Die Übertragung ist theoretisch sowohl während der Schwangerschaft als auch unter der Geburt möglich. Es gibt bisher keine Hinweise, dass durch einen Kaiserschnitt das Risiko gemindert ist. Deshalb wird nicht zu einem Kaiserschnitt geraten.

Eine Übertagung durch Stillen ist nicht völlig auszuschließen. Auch hier kommt es auf die Viruskonzentration der mütterlichen Blutes an. Hier gibt es wieder unterschiedliche Empfehlungen.

Das Kompetenznetz-Hepatitis äußert sich wie folgt:
" Durch Einbeziehung einer möglichst großen Zahl von HCV-positiven Müttern und deren Kindern sowie durch die Untersuchung zahlreicher Muttermilchproben bemühen wir uns, eine Entscheidungshilfe zu bieten. Basierend auf unseren Ergebnissen sehen wir kein erhöhtes Risiko der HCV-Infektion bei einem gestillten Kind. Wir raten deshalb Frauen mit einer chronischen HCV-Infektion nicht vom Stillen ab. "

Bitte lesen sie auch

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)Hepatitis C und Stillen

***Zitat***
"Nach den inzwischen vorliegenden Ergebnissen umfangreicher Studien des Europäischen Pädiatrischen HCV-Netzwerkes (EPHN) und des deutschen Hep-Net Teilprojektes "Vertikale Übertragung der Hepatitis C" scheint es keinen Grund zu geben, einer chronisch HCVinfizierten Mutter vom Stillen abzuraten.Im Falle einer akut erfolgten Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus zum Zeitpunkt der Entbindung oder kurz danach muss das Risiko sorgfältig abgewogen werden, da die Viruskonzentrationen sehr hoch sind bei gleichzeitig noch fehlenden neutralisierenden Antikörpern; das Infektionsrisiko könnte in dieser Phase höher sein. Solche akuten Infektionen in der Schwangerschaft sind jedoch sehr selten"
***Zitatende***

Tätowierungen, Piercing oder Ohrlochstechen : Hier ist zur Zeit noch unklar, in wie weit diese Eingriffe bei der Übertragung der Hepatitis C eine Rolle spielen. Da es sich um Tätigkeiten handelt, die übervorwiegend von nicht medizinisch geschulten Personal vorgenommen wird, sollten sie bei der Auswahl der Durchführenden darauf achten, dass die erforderlichen Hygieneregeln eingehalten werden. Achten sie auch darauf, dass nur Einwegartikel benutzt werden (Nadeln etc.)

Nassrasierer, Nagelscheren oder Zahnbürsten : prinzipiell ist eine Übertragung überall da möglich, wo es zu Verletzungen gekommen sein könnte bzw. Blut an den Gegenständen haften könnte (z.B. Zahnbürste und Zahnfleischbluten) Achten sie deshalb darauf, dass diese Gegenstände nur personenbezogen benutzt werden. Um eine Verwechslung auszuschließen soll die infizierte Person diese Utensilien gesondert aufbewahren.

Der sexuelle Übertragungsweg scheint für die Hepatitis C, anders als für Hepatitis B, keine wesentliche Rolle zu spielen, jedoch ist eine sexuelle Übertragung natürlich prinzipiell möglich.
Das Kompetenznetz Hepatitis äußert sich wie folgt:

***Zitat***
"Es besteht ein sehr geringes Risiko einer Übertragung durch sexuellen Kontakt. Das geschätzte Risiko bei Partnern von HCV-positiven Patienten liegt bei 2-3 % (langzeit-monogam) bzw. 4-6 % für Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern und für sexuelle Risikogruppen. Um die HCV-Übertragung weitgehend auszuschalten, ist der Gebrauch von Kondomen zu empfehlen. Bei multiplen Sexualpartnern sollten auf jeden Fall Kondome benutzt werden"
***Zitatende***

Bitte lesen sie hierzu auch unsere Seite
Familie/ Partnerschaft und Hepatitis C

Wichtig! Nach erfolgreicher Therapie oder nach Spontanheilung ist man für die Zukunft leider nicht gefeit gegen eine erneute Ansteckung. Die Hepatitis C hinterlässt keine Immunität, wie Sie das von anderen Infektionskrankheiten kennen. Eine neue Infektion ist also jederzeit möglich.

 

09.03.2010 - 21:01 Uhr


Wir stellen uns vor. Hier können sie ein kurzes Video ansehen (5:30) in dem die Selbsthilfegruppe einige ihrer Aktivitäten zeigt. Neben diesen öffenlichen Veranstaltungen und Infoständen finden natürlich regelmäßig die Selbsthilfetreffs statt.

Paramedizin, Naturheilmittel - Macht das Sinn?

Wie vermehrt sich das Hepatitis C Virus - Video ansehen.

Sozialverband VdK - eine starke Lobby - Der Sozialverband VdK ist mit 1,4 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband in Deutschland. Er vertritt die Interessen von Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranken, Seniorinnen und Senioren, Patientinnen und Patienten gegenüber der Politik und an den Sozialgerichten.

Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention und damit auch die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der anwendungs- und maßnahmenorientierten biomedizinischen Forschung.

Das Kompetenznetz Hepatitis ist eines der Kompetenznetze in der Medizin, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Das Paul-Ehrlich-Institut ist eine Einrichtung der Bundesrepublik Deutschland. Es gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.

Informationen für Eltern und Informationen für Ärzte.

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Kontakt & Selbsthilfetelefon: Hepatitis-C-Selbsthilfe - Ludwigshafen / Mannheim Tel: 0621 67 09 631 © 2009 /08 /07 /06 /05/04 - M. & H.Gräser