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Die Seite wurde zuletzt am
05.05.2009 15:14 bearbeitet.



Biopsie zur Probenentnahme

BiopsienadelDie Diagnose Hepatitis C wird durch Blutuntersuchungen gestellt. Zur weiteren Abschätzung wird Ihr Arzt evtl. eine Leberbiopsie anordnen.
Die Leberbiopsie dient dazu, das Ausmaß der evtl. schon entstandenen Gewebsveränderung (Fibrose) zu erkennen und den aktuellen Entzündungsgrad der Leber zu messen. Auch das Ausmaß einer Fettleber (häufig im Rahmen einer Hep. C) und deren Ursache kann man aus der Gewebeprobe ablesen oder man kann auch z.B. Eisenablagerungen oder Kupferablagerungen erkennen.
Diese Untersuchung dient im Wesentlichen dazu, abzuschätzen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und ist gleichzeitig hilfreich für eine Therapie-Entscheidung.
Auch zur Verlaufskontrolle verschiedener Lebererkrankung wird oftmals eine Biopsie durchgeführt.

In den vergangenen Jahren wurde vor und nach einer Standardtherapie routinemäßig eine Leberbiopsie durchgeführt um die Diagnose zu sichern und den Therapieerfolg zu bestätigen. Aufgrund anderer Faktoren, die zur Abschätzung herangezogen werden können, ist heutzutage nicht immer eine Leberbiopsie notwendig, zumindest nicht im Rahmen einer Therapie bei Hepatitis C.
Zur Beurteilung des Fibrose- und Entzündungsstadium gibt es allerdings bislang keinen verlässlichen Ersatz.

Drei Möglichkeiten sind zu erwägen und es muss individuell entschieden werden.

  • Keine Gewebeprobe (dann hat man nur indirekte Hinweise z.b. bei Krankheitsgefühl, aber keine direkte Information)
  • Leberbiopsie ohne Bauchspiegelung
  • Leberbiopsie im Rahmen einer Laparoskopie (Bauchspiegelung)

Leberbiopsie ohne Bauchspiegelung

Vorbereitung

Der Eingriff kann ambulant in der Arztpraxis durchgeführt werden oder auch in der Klinik. Bei Blutungsgefahr immer in der Klinik. Der Patient ist nüchtern und vorher wird die Blutungszeit bestimmt (Blutgerinnung).
Sollten Sie Medikamente nehmen, die die Blutgerinnung beeinflussen (z.B. Aspirin, Enzyme) müssen diese ein paar Tage vor der Biopsie abgesetzt werden bzw. durch andere Schmerzmittel ersetzt werden. Patienten die Marcumar einnehmen, müssen dies vorher mit dem Arzt besprechen.

Durchführung

Der Patient liegt zur Entnahme der Gewebeprobe auf dem Rücken, die rechte Hand unter dem Kopf. Mittels Ultraschall sucht der Arzt die richtige Einstichstelle (Punktionsstelle). Diese wird desinfiziert und lokal betäubt. Eine dünne Hohlnadel wird durch die Haut und Zwischenrippenmuskulatur zwischen zwei Rippen eingeführt. Dabei muss der Patient soweit als möglich vorher ausatmen und dann die Luft anhalten. In diesem Moment wird durch einen Sog, der durch eine der Hohlnadel aufgesetzte Spritze erzeugt wird, ein kleines Gewebestück aus der Leber entnommen. Die Nadel wird nun zurückgezogen. Die Punktion selbst dauert etwa 1 Sekunde.

Während des Eingriffs kann der Patient ein Schmerz- und/oder ein Beruhigungsmittel bekommen. Durch die lokale Betäubung ist die Biopsie schmerzlos, lediglich bei der Probeentnahme selbst ist ein Druck spürbar, den manche auch als Schmerz empfinden.

Die Gewebeprobe wird in ein spezielles Gefäß gegeben und zur Untersuchung geschickt.

Durch die Reizung des Zwerchfelles können Schulterschmerzen und Schmerzen im Halsbereich entstehen, die aber nach kurzer Zeit abklingen.

Danach

Nach Anlegen eines Verbandes muß der Patient für einige Stunden auf der rechten Seite auf einem Sandsäckchen liegen, um eine Nachblutung zu vermeiden.
Bei Bedarf kann der Patient Schmerzmittel bekommen.
Bevor der Patient nach Hause geht wird zur Kontrolle auf evtl. Nachblutungen das Hb bestimmt und nochmal eine Sonographie durchgeführt.

Kann es zu Komplikationen kommen?

Sehr selten können unter anderem folgende Komplikationen auftreten:

  • Blutungen und Blutergüsse
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  • Infektionen Verletzung von Haut, Weichteilen, Nerven oder benachbarten Organen
  • Überempfindlichkeitsreaktion auf das örtliche Betäubungsmittel
  • Herz-Kreislaufstörungen bei der Gabe von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln

 

Biopsie im Rahmen einer Laparoskopie

Eine Laparoskopie oder Bauchspiegelung ist das Betrachten der Bauchorgane mit Hilfe eines optischen Spezialgerätes (Endoskop bzw. Laparoskop), welches mit einer starken Lichtquelle und einer Videokamera verbunden ist. Über einen Monitor kann dann die Bauchhöhle betrachtet werden und die Organe beurteilt werden.

Gewebeentnahmen erfolgen unter Sicht, so dass Komplikationen wie Blutungen sofort erkannt und behandelt werden können. Im Gegensatz zur Leberblindpunktion oder Sonographie unterstützten Biopsie kann an mehren Stellen eine Probe gezielt entnommen werden.

Dieser Eingriff wird in der Klinik vorgenommen. Sie müssen am Vorabend kommen und können am Tag darauf wieder nach Hause gehen. Zur Untersuchung muss der Patient nüchtern sein.
Vor der Untersuchung wird unter anderem den Gerinnungsstatus (Blutgerinnungswerte) festgestellt.

Durchführung

Unter Betäubung wird ein kleiner Schnitt in der Umgebung des Bauchnabels gemacht und so ein Zugang für das Laparoskop geschaffen. Es wird Lachgas in den Bauch geblasen, um so die Organe voneinander zu trennen und eine gute Sicht zu haben. Der Arzt verschafft sich einen Überblick über alle Organe der Bauchhöhle und konzentriert sich dann auf das Zielorgan, die Leber. Er beurteilt die Oberfläche, die Größe und die Struktur und kann dann gezielt mit einer Biopsiezange an mehreren Stellen Gewebeproben entnehmen.
Der kleine Schnitt wird verschlossen.
Nach der Bauchspiegelung können Schmerzen im Bauch auftreten, ausserdem können durch die Reizung des Zwerchfelles Schulterschmerzen und Schmerzen im Halsbereich entstehen, die aber nach kurzer Zeit abklingen.

Danach

Der Patient sollte bis zu 24 Stunden nach dem Eingriff Bettruhe einhalten. Am nächsten Morgen wird noch mal eine Sonographie zur Kontrolle durchgeführt und ein Hb gemacht. Danach darf der Patient wieder nach Hause.

Mögliche Komplikationen

Die Laparoskopie ist eine relativ schonende und wenig belastende Untersuchungs- bzw. Operationstechnik. Durch Einsatz von Endoskopen müssen Körperhöhlen nur gering geöffnet werden. Aber auch dabei können Organe oder Blutgefäße verletzt werden, was ein chirurgisches Eröffnen der Bauchhöhle erfordern kann.
Bei vorbestehenden schweren Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen wird manchmal das "Aufblasen" des Bauchraumes nicht gut vertragen. Es kann dabei zu vorübergehenden Kreislaufstörungen führen.

 

Lesen sie hierzu:

Hepatitis C - Spontanverlauf, Histologie, Therapieindikation

Referat vom 6. Januar 2004
Referent: Dr. Uwe Weickert
Oberarzt im Klinikum Ludwigshafen.
Med. Klinik C, Abteilung Gastroenterologie/Hepatologie

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10.09.2010 - 21:26 Uhr


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